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„Finkenberg II“
Altstadt Lenzen
„Wasserparadies“
Liebenwalde
Liebenwalde ist eine Kleinstadt mit etwa 4500 Einwohnern und liegt ca. 45 km nördlich von Berlin, jedoch bereits außerhalb des sogenannten „Speckgürtels“. Die Stadt ist unmittelbar am Vosskanal gelegen . Dieser Kanal stellt die wichtigste touristische Wasserstraßenverbindung zwischen Berlin und der Mecklenburgischen Seenplatte dar. Ansonsten ist Liebenwalde eher ländlich geprägt. Der Tourismus ist langfristig auch hier die einzige Möglichkeit weitere Wirtschaftszweige zu erschließen. Dabei kann die Nähe zu Berlin sicher eine Rolle spielen, da Liebenwalde von Berlin-Mitte mit dem PKW in ca. 50 Minuten zur erreichen ist, so dass für den Großraum Berlin Liebenwalde ein durchaus interessantes Naherholungsgebiet werden könnte. Dieser Aspekt war auch Grundlage für unser erstes Projekt in Liebenwalde. Durch unseren Auftraggeber wurde uns ein Grundstück etwa 6 km nördlich von Liebenwalde angetragen mit der Bitte sich damit auseinander zu setzen und ein passendes Projekt zu entwickeln. Die angetragene Grundstücksfläche umfasste ca. 200 ha und war landwirtschaftlich genutzt, es handelte sich ausschließlich um sandige und geringwertige Ackerflächen. Ein erster Termin vor Ort und die Sondierung des näheren Umfeldes führten zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung eines so großflächigen Vorhabens nur im Zusammenhang mit der Nähe zu Berlin und der Schaffung eines Merkmals umgesetzt werden kann. Die Westseite des Plangebiets grenzte ebenfalls, wie Liebenwalde selbst; an den Vosskanal, was bereits einen ersten Bezug zum Thema Wasser signalisierte. Eine genauere Bodenuntersuchung ergab dann, dass ca. 1,4 m unter der Geländeoberkante der Grundwasserspiegel erreicht war. Damit war die Vision für das Projekt machbar geworden. Die Schaffung eines künstlichen Sees mit umgebender Uferbebauung, angegliedert an einen Sportboothafen und ein Wassergrundstück für jeden Nutzer der Anlage.
Die Gesamtgröße des Vorhabens erforderte nach der deutschen Gesetzgebung die Durchführung eines Rauordnungsverfahrens, was einer sehr sorgfältigen Bearbeitung der Planungsunterlagen bedurfte. Erschwerend kam hinzu, dass sich sie gesamte Plangebietsfläche in einem Landschaftsschutzgebiet befindet und an diverse Naturschutzgebiete grenzt.


Das Bild zeigt den durch die Raumordnungsbehörde genehmigten Entwurf des Gesamtprojekts. Im Westen des Plangebiets, links von der durchschneidenden Landstrasse ist die Marina untergebracht. Unserer Auffassung nach wäre es sicher erfolgversprechender, wenn eine Anbindung der Marina an die übrige Plangebietsfläche erfolgen könnte. Dies wurde aber durch die zuständige Planungsbehörde abgelehnt, was stellenweise nicht nachvollziehbar ist, da auch auf anderen Seen Motorboote zugelassen sind. Um Natur und Umwelt zu schonen und gleichzeitig den Ausdruck von Natur und Landschaft zu vermitteln, wurde auf die Uferbebauung der östlichen Plangebietsgrenze verzichtet, zumal an dieser Stelle auch Aufwand und Nutzen in keinem rentablen Verhältnis stehen. Diese Zone soll als Flachwasserbereich mit Schilfgürtel, Sumpfzonen, etc. ausgeführt werden. Um mehr an vermarktbarer Uferzone für die jeweiligen Grundstücke zu erhalten, wurde die Wasserfläche fingerförmig ausgeformt, was zur Bildung der Inseln und Halbinseln führte. Dabei ist die Wind- und Wetterrichtung zu berücksichtigen, da dies sonst zu einem „Umkippen“ der Buchten führen kann. Durch die Maßnahme des Auffächerns haben wir die bebaubaren Ufergrundstücke etwa um den Faktor 10 erhöht. In der „Handwurzel“ befindet sich der gewerbliche Zentralbereich, ausgestattet mit Shops, Gastronomie, evtl. Hotellerie, Well- und Fitnessanlagen, einer ausgedehnten Grünanlage für Outdooraktivitäten jeglicher Art, die auch in den kälteren Jahreszeiten Beschäftigung in der Freizeit gewährleisten. Die Marina verfügt über ca. 250 Liegeplätze, dazu kommen die erforderlichen Einrichtungen für Gastronomie, Shops, Werft, Winterlager und Tankstelle. So gesehen bietet das Vorhaben „Wasserparadies Liebenwalde“ kein unerhebliches Potential. Dazu kommt, dass auf landespolitischer Ebene der Streckenabschnitt des Vosskanal zwischen Liebenwalde und der Mecklenburgischen Seenplatte als führerscheinfreies Gewässer für Bootstouristen erklärt werden soll. Für das Plangebiet existiert im Augenblick ein vorhandener Bebauungsplanentwurf, durchsetzbar und variabel, was die Freizeiteinrichtungen betrifft.
Gesamtfläche des Plangebiets ca. 200 ha
Wasserflächen ca. 45 ha
Grünflächen ca. 100 ha
Ferienhausgebiet ca. 36 ha
Gewerblicher Bereich ca. 19 ha



Zur besseren Veranschaulichung unseres Entwurf haben wir für einen kleinen Uferabschnitt ergänzend ein Modell gebaut um die Eindrücke des „Wohnens am Wasser“ quasi „greifbar“ fest zu halten. Die nachfolgenden Bilder zeigen dieses Modell. Das Ferienhausgebiet umfasst 457 Ferienhäuser auf Grundstücken mit jeweils etwa 600 m² und jeweils etwa 20 Uferstreifen je Grundstück. Je Regelgrundstück ermöglich dies eine Fläche von etwa 150 m² je Feriendomizil. In Abhängigkeit von Vermarktung und Nachfrage sind diese Größen natürlich variabel, ebenso ist damit zu rechnen, dass im Falle einer Realisierung sich der Ferienhausbereich langfristig zumindest zum Altersruhesitz der Käufer entwickeln wird, was grundsätzlich kein Nachteil für das Projekt ist.


Die Grundidee, die diesem Modell zugrunde liegt ist der Entwurf von 4-6 Standardtypen, die eine einheitliche Grundrissstruktur haben. Variabel sind diese Typen in der Gestaltung der Fassade, der nicht tragenden Innenwände, so dass auch variable Raumaufteilungen möglich sind und in der Gestaltung der Dachaufbauten. Dadurch entsteht ein wirtschaftliches Baukastenprinzip, das es trotzdem ermöglicht dem einzelnen Bauherrn ein individuelles Gebäude zu gewährleisten. Prägend für die Uferbebauung sollte sein, dass jedes Haus, vergleichbar mit unserem Projekt in Lenzen, direkt am Wasser gelegen ist und von der Terrasse aus geangelt, gebadet oder ins Boote gestiegen werden kann.